Nicht ohne weiteres ein Museum

Während des Pfingstkapitels im Jahre 1217 hat Franziskus von Assisi seine Brüder nicht länger nur in die Gegenden in Italien gesandt, sondern auch in andere Länder. So sind sie auch hier in unseren Gegenden gelandet. Fast jede Stadt in Flandern kann Spuren der Minderbrüder aufweisen.

Das Museum der flämischen Minderbrüder ist nicht ohne weiteres ein Museum für religiöse Kunst. Es hat zwischen der flämischen Museen einen ganz eigenen Stellenwert. Das Museum verwaltet das religiöse Erbe des Minderbrüder­ordens; die schon in der Kollektion des Museums aufgenom­menen Gegenstände, aber auch das noch in den über ganz Flandern verteilten Klöstern vorhandene Patrimonium.

Die Kollektion setzt sich hauptsächlich zusammen aus religiösen Kunstgegenständen. Das sind Gemälde (16.bis 19.Jhdt), Skulpturen (14.bis 19.Jhdt), Ikonen, Grap­hik, liturgische Silberwaren und Textilwaren, ein franziskani­sches Graduale (1515), Devotionalien, Reliquien, …. Diese Gegenstände rühren aus verschiedenen Klöstern der flämischen Minderbrüder her. Und zwar aus schon aufgeho­benen Klöstern oder aus auf kleinere Häuser zurückge-führten Klöstern.

Die Kollektion ist wertvoll auf kunsthistorischer, histo­rischer und dokumentarischer Ebene, weil die Minderbrüder in Flandern auf mehreren Ebenen eine hervorragende Rolle gespielt haben. Es ist darum eine sehr wichtige Aufgabe, ihr kulturelles Erbe aufzuschließen, zumal da diese Kollektion durch die flämische Bevölkerung zustande kam. Viele Gegenstände wurden ja aus Dankbarkeit oder Sympa­thie geschenkt.

Am 31.Mai 1999 bekam das Museum durch den flämischen Kulturmi­nister die Anerkennung als Museum und wurde es auf regionaler Ebene eingeteilt.