sie kamen barfuss


blote voetenAuf eine gegenwartsbezogene Weise und mit Hilfe neuer Presentationstechniken wird die Geschichte des Minder-brüderordens zum Ausdruck gebracht. Der Titel bezieht sich auf die Art und Weise wie das Kommen der Minder-brüder in alten Chroniken manchmal dargestellt wird. ‘Barfuß’ hat zu tun mit ‘Armut’ und ‘der Mindere sein’. Außerdem wird hiermit die charakteristische Mobilität des Ordens benachdruckt.


gravureDer erste Teil dieser Presentation beleuchtet die Ge­schichte des Ordens durch die Jahrhunderte hindurch.
Die Geschichte beginnt mit Franziskus, der seine Brüder aussendet und endet mit der Art und Weise wie die Min­derbrüder heutzutage ihre Position in der Gesellschaft einehmen.


maquetteWie ist der Bau eines Klosters zustande gekommen?
Welcher Weg wird zurückgelegt: Student – Novize – Pries­ter?
Das Studium bis zur Profeß und bis zur Priesterweihe?
Wie verläuft der Alltag eines Paters?
Und wie ist der Orden ausgebaut?

Auf all diese Fragen kann der Besucher eine Antwort finden.


bedelbroederSchon im 14. Jahrhundert zogen Minderbüder, meistens zwei Patres oder ein Pater und ein Laienbruder, zu den umlie­genden Dörfern, innerhalb des Bezirks des Klosters; der Bitt­gang.

Die Patres mußten predigen und die Beichte hören; und als Gegenleistung durfte der Bettelbruder seinen Bittgang machen.


dagelijks levenDie Laienbrüder versorgten die praktischen Sachen und den Haushalt. Sie kochten und versorgten die Wäsche, sie waren Pförtner, Krankenbrüder, Gärtner, Schneider… Die Kutten, Stricke und Rosenkränze wurden von ihnen herge­stellt.

Für die Patres war außer den Verwaltungsaufgaben und dem Studium eine der wichtigsten Aufgaben die Seelsorge: Gottesdienste versorgen und die Sakramente spenden in der eigenen Klosterkirche und in umliegenden Pfarrkirchen.


getijdenIm Kloster wird der Tag nach den Gebetsstunden einge­teilt. Zu festen Stunden des Tages sollen die Patres gemeinsam im Chor der Kirche das Stundengebet beten.

Außer dem Stundengebet, der täglichen Konventsmesse und den Tischgebeten vor und nach den Mahlzeiten ziehen sich die Patres für persönliche Betrachtung zurück.


Das Graduale
gradualeDas Graduale enthält die Meßgesänge für Sonn- und Feier­tage. Das kostbare Manuskript stammt aus dem Jahre 1515 und ist außergewöhnlich gut erhalten.
(Bild 1: Das Graduale)

gradualeIm Graduale sind sieben wunderschöne Miniaturen zu bewundern.
Zu Beginn der Verse gibt es rote, blaue und schwarze Initialen, dekorativ mit Blumen, Früchten, Akanthusblättern, Tierchen und kleinen grotesken Figuren ausgearbeitet.
(Bild 2:Vergrößerung)

graduale - detailDas Graduale – Detail
(Bild 3: Detail)


Bild 1: Das Graduale – Bild 2:Vergrößerung – Bild 3: Detail


predikingUrsprünglich führten die Brüder von Franziskus ein wan­derndes Dasein und predigten für die Leute. Die Gegenden wurden durch Kriege, verdorbene Sitten und Mißstände heimgesucht. Für die Leute bedeutete die Verkündigung des reinen Evangeliums eine Erleichterung. Das 18. Jahrhun­dert bedeutete für die Verkündigung ein Durchbruch der großen Volksmissionen. Die Leute kamen von nah und fern um die überwältigenden Strafreden hören.
Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Predigten für die Saisonarbeiter, Bergleute und Schaubu­denbesitzer sehr populär. Im Museum ist so eine Predigt zu hören.


schuldkapittel


broodbedelingDas Leben der Minderbrüder mit dem Volk und für das Volk.


ruysbroeckJeder kennt die Reisebeschreibungen von Marco Polo. Aber wußten Sie, daß der flämische Minderbruder Willem van Rubroeck schon im Jahre 1253 nach dem fernen Asien zog? Nach einer diplomatischen Mission ließ Van Rubroeck sich bei den Tartaren nieder.
Zusammen mit den Entdeckungsreisenden reisten die Min­derbrüder auf Expedition zur neuen Welt.


derde ordeDie Botschaft von Franziskus sagte auch einfachen Laien zu: Männern und Frauen die ihre täglichen Beschäftigungen zu Hause und an der Arbeitsstelle fortsetzen möchten.


Die Besucher, die Nähreres über ein Minderbrüderkloster in ihrer Umgebung wissen möchten, können mit einem Compu­ter im Museumraum das von ihnen gewünschte Kloster näher heranholen.